Chronik

               

Nach Aufzeichnungen des Gründers Johann Kronen, des Ehrenmitgliedes Wilhelm Ruland sowie unter Verwendung des Archivs des FC Borussia und der Festschriften aus den Jahren 1978 und 2003.

Die Gründerjahre 1903-1914

Das erste Zusammentreffen

Das genaue Gründungsdatum ist dem ersten Protokoll nicht mehr zu entnehmen. Fest steht aber, dass sich an einem Sonntagmorgen im Mai 1903 eine stattliche Anzahl junger Männer im Garten des Franz Werres im Oberdorf zusammen gefunden hatte, um eine wichtige Angelegenheit zu diskutieren. Es wurde leidenschaftlich debattiert, teils geordnet, teils aber auch wild durcheinander redend.

Diese Versammlung war von großer Bedeutung, denn hier schlug die Geburtsstunde, die Gründung unserer Borussia. Die Zusammenkunft weckte den Anschein einer geheimen Verschwörung, aber was sollten die Gründerväter machen? Erstens konnte man sich zu damaliger Zeit mit 16 oder 17 Jahren nicht in einer Gastwirtschaft sehen lassen und zweitens war die Tagesordnung mit dem einzigen Punkt, der da hieß: „Gründung eines Fußballclubs“ nicht unbedingt für die breite Öffentlichkeit bestimmt. Besorgte Eltern waren alles andere als begeistert, wenn sich ihre Söhne für die Sportart Fußball interessierten. Denn der Fußballsport war erst kurz vor der Jahrtausendwende aus dem Mutterland England ins übrige Europa transferiert worden und besaß in der Bevölkerung keinerlei Ansehen. 

Doch die Begeisterung unserer Gründer für den Fußballsport ließ sie alle Schwierigkeiten übersehen, die sich ihnen bei der Ausführung ihres Gedankens hätten entgegen stellen können.

Wer waren die jungen Männer, die damals den Grundstein unserer Borussia legten: Josef Helge, Johann Kronen, Heinrich Werres, Werner Schüller, Leo Schüller, Werner Schönen, Christian Voiß, Johann Stüttgen, Peter Meisen, Peter Claaßen, Josef Becker, Josef Schmitz, Martin Schmitz, Carl Claßen, Josef Kronen, Jakob Gast, Josef Stüttgen, Martin Schleip, Johann Breuer, Leo Prumbach, Johann Heiß und Hubert Hahn.

Bei dieser Zusammenkunft wurde nun einstimmig beschlossen, einen Fußballklub zu gründen. Waren auch allen noch die Begriffe „Geschäftsführender Vorstand, Vereinsleitung oder Statuten“ mehr oder weniger fremd, so wurde doch ein Vorstand gewählt.

Heinrich Werres als Vorsitzender und Schriftführer in Personalunion, Johann Kronen als Kassierer und Josef Helge als Spielführer bekleideten die ersten Funktionen in unserem Verein.  Die übrigen Versammlungsteilnehmer meldeten sich sofort als Mitglied an, worauf Leo Schüller eine Mitgliederliste zusammenstellte. Um einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb aufzubauen, spielte auch damals schon Geld eine wichtige Rolle. Das Eintrittsgeld wurde auf 0,50 RM, der Monatsbeitrag auf 0,20 RM  festgesetzt.

Nach heutiger Währung sind dies 15 bzw. 26 Cent, aber welcher Opfermut damals damit verbunden war, werden wohl nur diejenigen begreifen, die sich damals mit einem fürstlichen Sonntagsgeld von 30 bis 50 Pfennigen begnügen mussten. Diese erste Versammlung wurde mit einem hohen Maß an Begeisterung für den Fußballsport beendet. Nun ging der Spielbetrieb zunächst an den Abenden der Wochentage los. Gespielt wurde auf der Konzwies, auf dem Schießplatz und im Zehgarten. Nicht selten wurden die Aktiven von der donnernden Stimme eines Bauern von der durch sie beschlagnahmten Wiese verjagt. Einen Platzaufbau nach heutigen Maßstäben gab es nicht. Die Torpfosten wurden mit hölzernen Bohnenstangen, die einfach in die Erde gesteckt wurden, markiert. Auf die Querlatte wurde großzügig verzichtet und Spielfeldmarkierungen gab es keine. Da niemand die richtigen Regeln beherrschte, lief man mehr oder weniger kultiviert einem kleinen Ball hinterher. So verging die erste Zeit auch ohne einen richtigen Fußball und einem entsprechenden Platz.

Festlegung des Namen und der Vereinsfarben

Ganz allmählich kam ein klein wenig System in das Spiel, und erst einige Wochen später kam es zu einem zweiten Zusammentreffen. Auf dieser Versammlung wurden dem Verein Namen und Farbe verliehen. Nach verschiedenem Hin und Her kam es schließlich zu einer Einigung und man nannte den Club >Fußballklub FC Borussia Derichsweiler<, wie er auch heute noch heißt. Bei der Gelegenheit wurde auch die Farbe des Vereins ausgesucht. Da „Borussia“ Preußen bedeutete und Preußen in der sogenannten guten alten Zeit die Farben schwarz und weiß hatte, wurde auch unsere Sportkleidung schwarz und weiß. Unter großen finanziellen Schwierigkeiten wurde die erste Kluft angeschafft. Alles aus eigenen Mitteln und manche sorgende Mutter hat nie geahnt, wo die 20 Pfennige blieben, die sie ihrem Jungen morgens zusteckte, um Belag für das Frühstücksbrot zu kaufen. Frau Farber und Schneidermeister Stüttgen schneiderten die ersten Blusen, sogenannte Hemdblusen mit schwarzen Aufschlägen und schwarzer Tasche auf der linken Brustseite.

Erster Lederball, Fußballschuhe und Platz

Ein Jubel sondergleichen brach los, als der erste Lederfußball über den grünen Rasen rollte. Mit welcher Ehrfurcht wurden die ersten Fußballschuhe bestaunt und gehegt und gepflegt, denn sie kosteten fast ein Vermögen. Fußball wurde sonntags bis in den späten Abend hinein gespielt und in der Woche nur dann, wenn die Zeit es zuließ. Lange hat es gedauert, bis ein richtiger Fußballplatz zur Verfügung stand. Dieser bestand aus einer Wiese im Ellerbroich (westlich vom Lintes am Krummer-Bach)die der Verein vom Landwirt Johnen gepachtet hatte. Die Wiese wurde so gut es ging für den Spielbetrieb zurecht gemacht, auch hier alles aus eigenen Mitteln. Es wurden neue Mitglieder gewonnen, es floss mehr Geld in die Vereinskasse und man war nunmehr in der Lage richtige Spiele untereinander austragen zu können. Dass es etwas rau zuging und die Fußballer damals in unserem Ort, wie überall, nicht in allzu großem Ansehen standen, ja sogar verachtet wurden, weil sie mit nackten Knien auftraten oder dass manch einem unserer Gründer in stiller häuslicher Stunde vom Vater auf etwas handgreifliche Art versucht wurde, die Fußballbegeisterung auszureden, sei hier noch nebenbei erwähnt. Jedenfalls stießen die Fußballer überall auf großen Widerstand, so dass an Zuschauer bei den Spielen gar nicht zu denken war.

Erstes Wettspiel

Aber es ging trotz aller Widrigkeiten langsam aufwärts, da man sich allen Widrigkeiten zum Trotz nicht entmutigen ließ und nach gut einem halben Jahr wurde es schon gewagt, auf andere Dörfer zu ziehen und dort Wettspiele auszutragen. Transportschwierigkeiten gab es damals keine, weil alles zu Fuß ging. Niemals vergaßen die Beteiligten den Jubel und die Freude, als sie vom ersten Wettspiel in Arnoldsweiler als 2:0-Sieger heimkehrten.

Wahl des Vereinslokals

Die Entwicklung ging weiter und langsam fasste das Vereinsleben festen Fuß. Da die Gründer nun in einem Alter waren, in dem sie ein Gasthaus besuchen durften, entschloss man sich ein Vereinslokal zu bestimmen. Sie wählten die Wirtschaft Augustin, heute Kerp.

Ein richtiger Verein

Allmählich gewann der Club an Bedeutung und wurde zu einem richtigen Verein. An jedem ersten Sonntagmorgen im Monat fanden Versammlungen statt, bei denen alle vereinsinternen Angelegenheiten besprochen und geregelt wurden. Der Vorstand wurde komplettiert und der Spielführer, der automatisch dem Vorstand angehörte, übernahm die Leitung auf dem Spielfeld. Endlich gab man sich nun auch ordnungsgemäße Statuten.

Bis zum Jahre 1910 gab es mehrere Wechsel auf dem Posten des 1. Vorsitzenden. So folgten Heinrich Werres die Sportkameraden Johann Kronen, Leo Prumbach und Martin Schmitz die Leitung der Borussia. Der Mitgliederzustrom hielt an. Der Fußballsport gewann immer mehr Interessenten und Freunde und als im Jahre 1910 unser späterer Ehrenvorsitzender Matthias Kronen als 1. Vorsitzender den Verein übernahm, war die Borussia schon ein Faktor, mit dem man im dörflichen Vereinsleben zu rechnen hatte.

Einführung des Fußballbezirkes Düren

Der Fußballsport trat nun nach und nach seinen Siegeszug an und als er sich in unserer Region immer mehr ausdehnte, richtete der Westdeutsche-Spielverband, als Unterorganisation des DFB für Düren den „Bezirk Düren“ ein. Hatte man bis dahin noch die Spiele mehr als gesellschaftliches Ereignis betrachtet und nach Belieben den Gegner, die Zeit und den Spielort gewählt, so entstanden nun Spielklassen und Gruppeneinteilungen sowie eine straffe Regelung des Spielablaufes. Der Bezirk Düren beschloss die Einteilung der Borussia in die C-Klasse, sowie die Gründung einer Schiedsrichter-Vereinigung, zu der jeder Verein je nach Stärke mindestens ein Mitglied zu melden hatte, welches an den Belehrungsabenden teilnehmen musste. Im Sommer des Jahres 1914 wurde ein Fußball-Kursus mit einem Dozenten aus dem Fußball-Mutterland England durchgeführt, zu dem Teilnahmepflicht bestand.

Als Abgesandter der Borussia nahm Johann Kronen an beiden Lehrgängen teil.

Die Platzfrage

Der Zustrom an Mitgliedern hielt weiter an, so dass eine zweite Mannschaft gebildet werden konnte und der Verein nunmehr auch inaktive Mitglieder hatte. Um die Kameradschaft weiter zu fördern und sich der Bevölkerung besser zu präsentieren wurde ein Winterfest mit Theater und Verlosung organisiert, welches aber nur auf wenig Gegenliebe stieß. Dies zeigt, dass der Fußballsport immer noch nicht den Stellenwert einnahm, den er eigentlich verdient gehabt hätte.

Die größte Sorge blieb die Platzfrage und manche Krise und Schwierigkeit mussten bewältigt werden. Der Platz am Ellerbroich hatte bald wieder abgegeben werden müssen. Daraufhin hatte der Metzgermeister Fromm eine Wiese in den Schlicher Benden zur Verfügung gestellt, was aber auch nicht von langer Dauer war. Dieses ständige hin und her führte bei den Spielern zu einer gewissen Lustlosigkeit, da es kaum möglich war ordentliche Übungsspiele durchzuführen.

Ein Meilenstein in der Clubgeschichte war dann die Anmietung eines neuen Spielfeldes, welches hinter dem Driesch lag und vom Eigentümer Franz Müller gegen eine jährliche Pachtsumme von siebenhundert RM dem Verein überlassen wurde. Da es sich für die damaligen Verhältnisse um eine horrende Summe handelte, wurde der Pachtvertrag nur schweren Herzens unterschrieben. Nur unter Aufbietung aller Kräfte, der Aktiven wie der Inaktiven, konnte dieser Gewaltakt durchgeführt werden, aber was ist ein Fußballverein ohne entsprechenden Platz?

Fest steht, dass die Borussia im Jahre 1914 auf dem grünen Rasen Klang und Namen hatte. Elf Jahre Kameradschaft, Gemeinschaftsgeist und Opferbereitschaft waren das Fundament, auf dem der Bau unserer Borussia errichtet worden war und nun fest und sicher dastand. In dieser, man möchte fast sagen, automatischen Entwicklung, spielte sich nun das weitere Vereinsleben ab.

 

Die Jahre 1914-1918

Die Borussia während des 1. Weltkrieges

Die brennendste Frage, die Platzfrage, war gelöst. Die Borussia hatte zum ersten Mal einen Platz, über den sie allein bestimmen konnte. Neue Mitglieder und das stetig wachsende Interesse der Bevölkerung schufen die Grundlage zu einer sich aufwärts bewegenden Entwicklung, bis wie ein Blitz aus heiterem Himmel der Erste Weltkrieg ausbrach. Was Krieg bedeutet mussten ja später auch jüngere Generationen im Übermaß erfahren.

Es war ein trauriges Bild. Die Stammmannschaft musste zur Fahne, die Übriggebliebenen versuchten zwar den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten aber das Schreckliche, was in der Welt geschah, lähmte bald doch jegliches Vereinsleben.

Bald kamen die Verlustmeldungen und auch unser Verein musste seinen blutigen Tribut zollen. Als erste fielen zwei Gründer: Peter Kronen und Werner Schüller. Ihnen folgten bis Kriegsende weitere neun Mitglieder, zum größten Teil aktive Spieler. Fürwahr eine traurige Bilanz. Ehre Ihrem Andenken und dankbare Erinnerung an das, was sie für den Aufbau und die Entwicklung des Vereins getan haben.

 

Die Jahre 1919-1924

Die Jahre nach dem Kriege

 Als nun Anfang des Jahres 1919 die meisten Kameraden nach Hause zurückkehrten, übernahm der Vorsitzende Mathias Kronen, unterstützt durch einen Stab bewährter Mitarbeiter, wieder die Führung des Vereins. Alte bewährte Sportler, Heinrich Werres, Peter Neuß, die Gebrüder Simmler, Heinrich Neuß, Josef Adels und andere, standen wieder ihren Mann auf dem grünen Rasen.

So war es möglich, am 23. Februar 1919 das erste Wettspiel nach dem Kriege abzuhalten, welches die Borussia mit 3:1 gegen unseren Nachbarverein aus Schlich gewann. Der Sportbetrieb lebte wieder auf, die Mitglieder meldeten sich wieder und so war es nötig, auf der Versammlung am 9. März 1919 den Vorstand zu vergrößern. Nun verfügte die Borussia über einen kompletten und geschäftstüchtigen Vorstand. Die überaus intensive Beteiligung am Spielgeschehen veranlasste die Vorstandsversammlung am 13. April 1919 einen Spielausschuss zu bestimmen, dessen Aufgabe darin bestand, den gesamten Spielbetrieb zu organisieren.

Die gute Arbeit innerhalb unserer Borussia beeindruckte auch die übrigen Ortsvereine. So äußerte der Turnverein die Bitte, sich mit der Borussia zusammenschließen zu wollen, was aber auf der Mitgliederversammlung am 8. Juni 1919 nicht befürwortet wurde.

Am 31. August des gleichen Jahres veranstaltete der Club neben verschiedenen sportlichen Aktivitäten ein Blumenfest mit anschließendem Tanz. Der hieraus erzielte Erlös floss ausschließlich den Familien zu, die durch den Krieg geschädigt worden waren. Doch auch die Mitarbeit bei der Errichtung des Ehrenmals, zu dem der Verein eine Summe von 200 RM spendete, fand ihre Beachtung.

Ein schönes Denkmal setzte der Verein den Kameraden, die ihr Leben im Ersten Weltkrieg lassen mussten, durch Schaffung einer Ehrentafel, welche im Vereinslokal ihren Platz fand und am 25. Juli 1919 enthüllt wurde. Die großherzige Opferbereitschaft unserer Mitglieder hatte diese Anschaffung erst möglich gemacht, handelte es sich hierbei doch um die stolze Summe von 1.000 RM.

Durch einen Antrag an die Gemeindebehörde wurde die Platzfrage nun endgültig geklärt. Die Gemeindebehörde übernahm fortan sämtliche Kosten in diesem Zusammenhang.

Eine schwere Zeit

Jedoch ließen die Wirren der damaligen Zeit ein richtiges Aufblühen nicht zu. Zu allem Überfluss hatte die Borussia nun auch noch mit einer Führungskrise zu kämpfen. So legte, bedingt durch Differenzen innerhalb des Vorstandes, der 1. Schriftführer, Schiedsrichter und Jugendobmann am 12. August 1920 sein Amt nieder. Ihm folgten der 2. Vorsitzende sowie nur einen Monat später auch der 1. Vorsitzende. Zwar wurde auf der Versammlung am 3. April 1921 ein neuer Vorstand gewählt, aber es kam nicht zu einer vernünftigen Vereinsarbeit. Inflation, Ruhrkampf und andere politische Ereignisse brachten Krisen mit sich, die ein Erlahmen des Vereinslebens bedingten. Erst im Jahre 1924, als die Verhältnisse geordnet waren, setzte der Sportbetrieb wieder ein. So wurde auf der Versammlung am 31. August 1924 unter dem 1. Vorsitzenden Matthias Kronen ein handlungsfähiger Vorstand gewählt.

Es ist ein hoher Verdienst derjenigen, die damals mit aller Energie und klarem Blick das Steuer übernahmen und zielbewusst den Verein seiner tatsächlichen Aufgabe wieder zuführten.

Die Jahre 1924-1928

Von 1924 – Jubelfest 1928

Um das Spielgeschehen wieder aufleben und in geordneten Bahnen ablaufen lassen zu können, wurde ein Spielausschuss gewählt, dessen Aufgabe es war, eine Mannschaft für den Spielbetrieb aufzustellen. Die hohe Anzahl an aktiven Spielern machte es möglich, eine erste und eine zweite Mannschaft zur Meisterschaftsrunde anzumelden.

Ein großes Plus hatte der Spielausschuss unbedingt; es stand eine 1. Mannschaft zur Verfügung, die aus der Jugendmannschaft herangewachsen, auch in den Ruhejahren  des Spielbetriebs eisern weiter trainierte und als „Diplommannschaft“ schlagartig den Namen Borussia im ganzen Kreis wieder zur Geltung brachte.

Im Spieljahr 1925/26 gelang es der 1. Mannschaft, die Spitze ihrer Gruppe zu erringen. Im darauffolgenden Jahr belegte auch die 2. Mannschaft einen Spitzenplatz in ihrer Gruppe. Im Spitzenspiel um die Meisterschaft im Jahre 1927 kam es aufgrund einer schlechten Schiedsrichterleistung zu Ausschreitungen, die zum Spielabbruch führten. Aufgrund dessen wurde unsere Mannschaft für drei Monate vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Wahrlich eine harte Strafe für den ganzen Verein.

Doch ging es stetig aufwärts und als im Jahre 1928 das Silberne Vereinsbestehen gefeiert wurde, da zeigte die Anteilnahme und Begeisterung der Ortseinwohner, der ganz in den Vereinsfarben prangende Ort, dass das Ziel erreicht war, welches sich die Gründer einst gesteckt hatten. Die Borussia war anerkannt in der Gemeinde. Vorstand und Geschäftsführung funktionierten, der Spielbetrieb lief auf Hochtouren und eine planvoll abgeschlossene Versicherung bewahrte verunglückte Spieler vor Not. Kurz, es war alles da, was nun einmal zu einem modernen Sportverein gehörte.

Die Jahre 1928 – 1938

Politische Umwälzungen

Barthel Bürger verstand es hervorragend, das Vereinsschiff sicher um die politischen Klippen zu steuern. Auch die großen politischen Umwälzungen im Jahre 1933 vermochten es deshalb nicht, die Borussia aus der Bahn zu werfen. Unpolitisch und neutral, wie der Verein stets gewesen ist, blieb er seinen Grundsätzen „Sport- und Jugendertüchtigung“ treu.

Es kann und soll in diesem Zusammenhang ruhig erwähnt werden, dass damals staatlicherseits jede Unterstützung all dessen, was mit dem Sportwesen zusammenhing, gewährt wurde. Leider hat es aber nicht den Zwecken gedient, die den Menschen damals als Ideal vorschwebten.

Sportlich gesehen ging die Entwicklung stetig aufwärts. Vor allen Dingen vollzog sich eine weitere Entwicklung des technischen Fußballspiels, die unseren damaligen Mannschaften wiederholt zu Meisterehren verhalf. Erwähnt sie hier die Meistermannschaft von 1938 mit den Spielern: Josef Bergrath, Anton Prumbach, Jakob Hilger, Arnold Tönnes, Arnold Jöntgen I, Heinrich Merken I, Peter Boer I, Willi Prumbach I, Heinrich Pohl, Johann Bauer, Willi Bardenberg, Johann Hambach. Betreut wurde dieses Team von Franz Reitz I.

In diese Zeit fiel auch die Übernahme der Sportanlage am heutigen Martinusplatz. Es war wohl für unsere Gründer eine innere Befriedigung und Freude, wenn sie sich zurückerinnerten, dass da, wo sie in den Anfangsjahren mit ihren Kameraden den ersten primitiven Fußball spielten, sich die für damalige Verhältnisse hervorragende Anlage dem Auge darbot. Allerdings hat es des persönlichen Einsatzes der Mitglieder bedurft und manchen Tropfen Schweiß gekostet, diesen Platz in dieser Weise herzurichten. Erwähnt seien hier der ehemalige Zeugwart Heinrich Müller und der damalige Spielführer Johann Hambach, die sich ganz besonders in selbstloser Weise dieser Aufgabe gewidmet haben.

Die Jahre 1939-1953

Der 2. Weltkrieg und der Neubeginn

Es ist seit Beendigung des Zweiten Weltkrieges so viel von Freund und Feind, über Ursache, Entwicklung und Ausgang dieses furchtbarsten aller Kriege geschrieben worden und manch Älterer hat leider diesen bitteren Kelch bis zur Neige leeren müssen, so dass es sich erübrigt, das damalige Geschehen noch einmal in seiner grausigen Form aufleben zu lassen.

Fest steht jedenfalls die Tatsache, dass damals ein Erbe angetreten werden musste, welches an Trostlosigkeit, Not und innerer Zerrissenheit in unserer gesamten Geschichte einmalig dasteht.

Jeder hatte mit sich selbst und seinen privaten Sorgen in Hülle und Fülle zu tun, so dass kein Raum und keine Zeit blieb, sich um Gesellschafts- oder Vereinsleben zu kümmern. Die Borussia beklagte den Verlust von 16 Aktiven, die ihr junges Leben für die Ziele eines irrsinnigen Systems lassen mussten.

Trotz aller Widernisse fanden sich aber schon im Jahre 1946 wieder Unentwegte zusammen, um den Fußballsport wieder aufleben zu lassen. Eine bunt zusammengewürfelte Mannschaft in noch bunterer Kluft machte den ersten Spielversuch und mit einem Schlage lebte das Interesse an der Borussia wieder auf.

Eine im Saale Gruhn im Sommer 1946 einberufene Versammlung befasste sich mit der Wiedergründung, beseelt von dem alleinigen Gedanken, die Borussia wieder hoch und den Spielbetrieb wieder in Gang zu bringen.

Aber ein trauriges Erbteil des Krieges, ein unvernünftiger politischer Hass, zwang sehr viele alte Sportpioniere dazu, abseits zu stehen. Trotzdem wurde im Stillen weitergearbeitet.

Unter dem Vorsitz des Sportkameraden Josef Gohr, welcher, das soll hier ausdrücklich erwähnt werden, keine Mühe und keine Arbeit im Dienste des Vereins gescheut hat, blühten das Vereinsleben und der Sportbetrieb trotz der schweren Zeit wieder auf und im Jahre 1947 stand unsere 1. Mannschaft wieder mit vollständig neuer Kluft auf dem grünen Rasen. Dass sie auch sportlich wieder da war, bewiesen der nun folgende Aufstieg in die erste Kreisklasse und mehrere Pokalsiege.

Nicht zu vergessen sind die Leute, die sich die größte Mühe mit dem Spielbetrieb als solchem gegeben haben. Spielausschussobmann Arnold Schumacher, Anton Prumbach, Franz Reitz I, alte erfahrene Spieler wie Willi Bardenberg, Johann Bauer und andere waren immer wieder zur Stelle, wenn die Vergangenheit ihre Schatten warf und Krisen heraufbeschwor.

Eintragung ins Vereinsregister

Mit einer Änderung der Satzung wurde auch der Eintrag ins Vereinsregister beantragt. Darin heißt es: >Die Satzung ist am 11. April 1948 errichtet. Vorstand im Sinne des § 26-888 sind der Vorsitzende des Vorstands und der 1. Schriftführer<. Auf eine frühere Eintragung ins Vereinsregister hatte man damals einzig und alleine aus organisatorischen und finanziellen Gründen verzichtet. Nachdem dieser Schritt vollzogen war, konnte sich die Borussia das Anhängsel >e.V.< geben und war somit nach Geschäftsgebaren ein eingetragener Verein.

Doch war längst nicht alles in Ordnung. In wenigen Jahren wechselte der Vorstand dreimal, bis sich die Lage durch die Übernahme des Vorsitzes durch Barthel Bürger stabilisierte und wieder in geordneten Bahnen verlief.

Schwere Kämpfe musste unsere 1. Mannschaft bestehen, um den Verbleib in der 1. Kreisklasse zu sichern, was letztendlich dann doch nicht gelang. Aber krisenfest, wie die Borussia schon damals war, wurde auch der Abstieg überstanden, zumal in der Jugendmannschaft ein Nachwuchs heranreifte, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigte.

Karnevalistische Feste

Aber nicht nur in sportlicher Hinsicht sondern auch in gesellschaftlicher Beziehung war der Verein wieder führend.

Kameradschafts- und bunte Abende führten im Jahre 1949 zur Gründung einer karnevalistischen Abteilung, deren Veranstaltungen unter der Präsidentschaft des Sportkameraden Heinz Schulte und unter Mitwirkung von Arnold Claaßen und anderer bewährter Mitglieder, ein voller gesellschaftlicher Erfolg nach innen und außen wurden. Von 1950 bis 1953 fanden alljährlich erfolgreiche Kappensitzungen statt. So gondelte der Elferrat 1950 in einem Narrenschiff über die Bühne. Es wurden auch Karnevalsumzüge mit Beteiligung aller Ortsvereine organisiert. So stand der Umzug der Session 1952/53 unter dem Motto >Alles onger ene Hot<.

Die Jahre 1953- 1963

Das Vereinsgeschehen

Gerne werden sich diejenigen Bewohner von Derichsweiler an das 50-jährige Jubelfest des FC Borussia im Jahre 1953 erinnern, die mit einer großartigen Anteilnahme den wesentlichen Grundstein für das Gelingen des gesamten Festgeschehens legten. Wir betrachten es heute noch als Ehrenpflicht, der gesamten Einwohnerschaft unseres Heimatortes Derichsweiler Dank zu sagen, die damals mit einer einmalig großen Illumination des ganzen Ortes sowie durch rege Teilnahme am Festkommers und am Sportgeschehen der gesamten Festwoche ihr Interesse an unserer Borussia bekundeten.

Doch Feste, und seien sie noch so wunderbar, vergehen und müssen dem nüchternen Alltagsleben Platz machen.

Als bittere Tatsache, man könnte es fast als Ironie des Schicksals bezeichnen, musste ausgerechnet im Jubeljahr der Abstieg unserer 1. Mannschaft aus der 1. in die 2. Kreisklasse hingenommen werden.

Aber krisenfest und von robuster Konstitution konnte auch dieser Betriebsunfall die Borussia nicht unterkriegen.

Das Vereinsheim

Dank dem großen Einsatz unseres damaligen 2. Vorsitzenden Heinz Schulte wurde im Jahre 1954 das Sportheim am Martinusplatz errichtet, das heute als Altenklubheim dient. Für die damalige Zeit ein wesentlicher Fortschritt und längst noch keine Selbstverständlichkeit war die nun gegebene Tatsache, dass es unseren, aber auch den Gastmannschaften nunmehr möglich war, ein reibungsloses Umkleiden und Duschen zu bewerkstelligen und somit auch einen pünktlichen Spielanfang und -ablauf zu garantieren. Außerdem passte sich dieses Heim dem allgemeinen Dorfbild und unserer damaligen Sportplatzanlage malerisch an. Die Einweihung und Übergabe fand am 15. August 1954 statt. Ehrengäste waren der damalige Vorsitzende des Fußballverbandes Mittelrhein, Alfons Kierdorff, der Vorsitzende des Fußballkreises Düren, Paul Pickart, der Kreisjugendpfleger Joisten, der Gemeinderat sowie Abordnungen aller Ortsvereine. Verbandsvorsitzender Kierdorff, der den Schlüssel übergab, betonte in seiner Ansprache, dass die Türen des Hauses allen Jugendlichen offen stehen sollten. „Die Jugend aus den Wirtshäusern heraus!“ – das sei die Verpflichtung zu der sich der FV Mittelrhein bekenne. Jugendpflege und Jugendbildung seien die schönsten Aufgaben eines Vereins.

Der sportliche Ablauf

Mit allen Mitteln wurde daran gegangen, die Scharte des Abstiegs auszuwetzen. Ein neues Ziel war damit gesetzt und musste erreicht werden. Die Vereinsleitung lag immer noch in den bewährten Händen unseres Sportkameraden Barthel Bürger, der energisch auf dieses Ziel lossteuerte und im Jahre 1956 auch erreichte. Die Borussia gehörte wieder der 1. Kreisklasse an. Der Löwenanteil an diesem Aufstieg gehörte natürlich der immer wieder durch junge Spieler aus der eigenen Jugend verstärkten 1. Mannschaft.

Das sportliche Geschehen ging weiter. Es stellten sich weitere Erfolge ein. Im Jahre 1957 gelang es der 1. Mannschaft, bei einer Veranstaltung des Sportvereins Schwarz-Weiß Düren im Jugend-Stadion, die ausgestellte Siegestrophäe – in Form einer kompletten Mannschaftskluft – als Sieger gegen zum Teil höherklassige Mannschaften zu gewinnen. Dass derartige Ereignisse den Zusammenhalt, die Zuversicht und den Kampfgeist der Mannschaft stärkten und anspornten, versteht sich von selbst.

Es wurde nun ein planmäßiges wöchentliches Training eingeführt. Kaspar Welter, durch und durch Turner und Sportsmann, übernahm es in seiner ruhigen und selbstlosen Weise, die Mannschaft weiter auszubilden. Es wurde fleißig und eisern trainiert. Die Früchte dieser Ausbildung zeigten sich schon im folgenden Jahre 1958, als es gelang, den Gruppensieg in der damals zweigeteilten 1. Kreisklasse zu erringen. Sieger der anderen Gruppe und damit Gegner in den Aufstiegsspielen war die Columbia aus Drove. Nach einer 0:1 Niederlage in Drove und einem überzeugenden 6:1 Heimerfolg, musste ein drittes Spiel über den Aufstieg in die Bezirksliga entscheiden, da das Torverhältnis damals noch keine Bedeutung hatte. In Begleitung einer großen Anhängerschaft gelang der Borussia auf neutralem Platz in Birkesdorf ein 3:2 Sieg. Ein Erfolg, der nach Rückschlägen der früheren Jahre nicht hoch genug bewertet werden konnte. Im Siegestaumel des Erfolges trat die Mannschaft die Heimreise in einem Autocorso an. Die Feiern in unserem Heimatort wollten gar kein Ende nehmen, hatte man schließlich das absolute Sahnehäubchen unserer Vereinsgeschichte aufgesetzt.

Ab der Saison 1958/59 spielte unsere 1. Mannschaft nunmehr in der Bezirksklasse Rur-Erft Staffel 4 um Punkte und brachte uns hochkarätige Gegener aus den Kreisen Bergheim und Euskirchen, wie etwa Jugend 07 Bergheim, RW Berrendorf, SW Stotzheim (mit Toni Regh, dem späteren Amateurnational- und Bundesligaspieler des 1. FC Köln), SC Euskirchen, TuS Mechernich, TuS Ülpenich und Erfa Gymnich. Aber auch die Lokalkämpfe gegen Viktoria Birkesdorf, FC Gürzenich, TuS Langerwehe, Alemannia Lendersdorf, SC Merzenich und später auch Viktoria Schlich sollen nicht unerwähnt bleiben.

Im Jahre 1959 feierte unser Nachbarverein FC Gürzenich 1909 sein 50-jähriges Bestehen. In dem hier in der Festwoche veranstalteten Turnier hieß der Sieger wieder FC Borussia Derichsweiler und es wurde ein wertvoller Jubiläumspokal mit nach Hause genommen. Übrigens eines der schönsten, wenn nicht das schönste Stück unserer Pokalsammlung. Es muss hier deutlich unterstrichen werden, dass alle diese Erfolge nur möglich waren, weil wir über eine 1. Mannschaft verfügten, die das Motto unserer Vereinsstandarte >Elf Freunde müsst ihr sein, um Siege zu erringen<, zu ihrem Führungsspruch gemacht hatte und in kameradschaftlicher Freundestreue zusammenhielt.

Sportkamerad Kaspar Welter trat im Laufe des Jahres von seinem Amt als Trainer zurück und es sei ihm heute nochmals recht herzlich gedankt für seine selbstlosen Bemühungen, die sämtlich ehrenamtlich und ohne Bezahlung erfolgten, welche die Mannschaft aber ein gutes Stück weiter gebracht hatten.

Als sein Nachfolger wurde mit Peter Müller aus Düren erstmals ein besoldeter Trainer engagiert, der als Spieler der legendären Meistermannschaft der SG Düren 99 aus dem Jahre 1946 angehörte, eine Mannschaft, die ein Stück Sportgeschichte im Dürener Raum geschrieben hatte. Er war ehrgeizig und nahm sich gewissenhaft dieser Aufgabe an und verpasste der Mannschaft den letzten Schliff. Unter seiner Regie errang die Borussia 1959 die Vizemeisterschaft der Bezirksklasse und verfehlte nur ganz knapp den Aufstieg in die Landesliga.

Karnevalistisches Geschehen

Nachdem in Jahre 1954 sogar der Dürener Karnevalsprinz Karl-Heinz Joerger (bekannt geworden als „Bützprinz“) seine Aufwartung in Derichsweiler gemacht hatte, fanden in den Jahren 1956 und 1957 keine karnevalistischen Feste mehr unter der Regie der Borussia statt. Dies veranlasste 1957 den Kegelklub „Gemütlichkeit“ zur Durchführung einer wohlgelungenen Sitzung, die wieder unter der Leitung unseres Sportkameraden Heinz Schulte ablief. Es entwickelte sich mehr und mehr der Wunsch das Karnevalsgeschehen unter einem eigenen Vereinsdach abzuwickeln. Daraufhin spaltete sich die karnevalistische Abteilung in diesem Jahr von unserem Verein ab und gründete unter dem Vereinsnamen „Blau-Weiße Sterne“ eine Karnevalsgesellschaft, die heute weit über die Grenzen unseres Kreises hinaus, sich einen guten Namen erworben hat.

Es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass durch diese karnevalistischen Aktivitäten ein großer finanzieller Beitrag dem Verein zu Gute kam, der notwendig war, die hochgesteckten Ziele der Borussia verwirklichen zu können.

Führungswechsel

Im Jahre 1960 legte der Vorsitzende Barthel Bürger sein Amt als Vorsitzender nieder, welches er 24 Jahre lang bekleidet hatte. Auch ihm sei herzlich gedankt für seine uneigennützige, aufopfernde Arbeit und Bemühungen im Interesse unseres Vereins. Nach ihm wurde wieder ein ehemaliger aktiver Spieler, Sportkamerad Hermann Hilgers, mit dem Amt des 1. Vorsitzenden betraut.

Das Sportgeschehen lief weiter, wechselnd mit Sieg und Niederlage. Auf jeden Fall gelang es, mit guten Mittelfeld- und sogar mit Spitzenplätzen, den Verbleib in der Bezirksklasse zu sichern. Im Jahre 1961 übernahm der an der Volksschule tätige Lehrer Heinz Freyschmidt den Trainerposten

Die Jahre 1963-1978

Die weitere Entwicklung

Auch das 60-jährige Bestehen unserer Borussia im Jahre 1963 wurde wie die vorangegangenen Jubiläen in der für diesen Anlass gebotenen Form und Festlichkeit begangen.

Verbunden mit den Jubiläumsfeierlichkeiten war die Einweihung einer neuen Sportplatzanlage „An der Bahn“, die für die damaligen Verhältnisse und gemessen an der Größe unseres Vereins wohl als richtungsweisend angesehen werden musste und die Bewunderung auch größerer Vereine hervorrief. Auch heute noch ist diese Anlage unsere Heimstatt, die mit Sportheim, Rasenplatz mit 400-m-Laufbahn, Leichtathletikanlagen sowie Aschenplatz mit Flutlicht auch für heute geltende Ansprüche noch zeitgemäß zu nennen ist. An dieser Stelle sei all denen gedankt, die sich für die Errichtung dieser Anlage eingesetzt haben. Den kirchlichen Segen für die neue Sportanlage gab der brasilianische Jesuitenpfarrer Garrachon in Vertretung unseres damaligen Ortspfarrers Franz Ginnen.

Auf dem sportlichen Sektor sah es für die Borussia im Jubeljahr recht gut aus. Im Gegensatz zu früheren Vereinsjubiläen brauchte unsere 1. Mannschaft diesmal nicht den Weg in eine tiefere Klasse anzutreten.

Unser Spielerstamm im Jubiläumsjahr bot sich unter dem damaligen Spielausschußobmann Franz Wirtz wie folgt dar: Spielführer Matthias Horst, Michael Ruland, Leo Velden, Manfred Schumacher, Willi Breuer, Willi Wirtz, Hans Ermes, Karl-Heinz Cozur, Robert Horst, Jakob Voihs, Heinz Sistig, Josef Frings. Eine Mannschaft, die ausschließlich aus ortsansässigen Spielern bestand, die zudem bis auf eine Ausnahme aus der eigenen Jugend herangewachsen war.

Erneuter Führungswechsel

Ein Wechsel war jedoch in der Vereinsführung zu verzeichnen. Im November 1963 wählte die Generalversammlung als Nachfolger für den zurückgetretenen Sportkameraden Hermann Hilgers den Sportkameraden Barthel Kuckertz zum 1. Vorsitzenden. Mit dieser Wahl hatte die Borussia einen guten Griff getan, denn die nachfolgenden Jahre haben gezeigt, daß die aufgetretenen Krisen und Schwierigkeiten nur durch entschlossenes Handeln der Vereinsführung gemeistert werden konnten.

Abstieg und Rückkehr

Leider blieb der Borussia der sportliche Erfolg nicht treu. So gelang es der 1. Mannschaft nicht mehr, die Bezirksklassenzugehörigkeit zu sichern. Im Jahre 1966 musste nach 8 Jahren wieder der Weg zurück in die 1. Kreisklasse angetreten werden. Ein neuer Anfang und Aufbau waren erforderlich. Dies fiel umso schwerer, da in den vorangegangenen Jahren kaum noch Nachwuchs aus der Jugend hervorgegangen war und somit ein solider Unterbau fehlte. Es bedurfte großer Anstrengungen und Bemühungen, um in den folgenden Jahren wenigstens einen guten Platz in der 1. Kreisklasse zu erreichen.

Sorgenkinder waren zu dieser Zeit aber besonders die 2. Mannschaft und die Jugendabteilung. Eine entscheidende Verbesserung dieser misslichen Situation trat erst ein, als sich Matthias Horst der Geschicke der 2. Mannschaft widmete.

Im Jahre 1972 legte Barthel Kuckertz nach neun Jahren sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Für seine verdienstvolle Tätigkeit ernannte ihn die Generalversammlung zum Ehrenvorsitzenden.

Nachfolger wurde Ferdinand Breuer, der jedoch bereits nach kurzer Zeit aus beruflichen Gründen zurücktrat. Die Aufgaben des 1. Vorsitzenden übernahm daraufhin der bisherige 2. Vorsitzende Rudolf Berkemeier.

Das sportliche Geschehen ging seinen Weg und für die Borussia stellten sich wieder Erfolge ein. Nachdem man in der Saison 1972/73 erst am letzten Spieltag durch einen 4:0 Erfolg in Kreuzau nur mühsam dem Abstieg aus der 1. Kreisklasse entgangen war, musste ein Umbruch erfolgen. Der Spielertrainer Conny Assenmacher verließ den Verein und mit G. Poik , einem Mitglied der Meistermannschaft des Stolberger SV, wurde ein neuer Übungsleiter verpflichtet. Die Betreuung der 1. Mannschaft übernahm Manfred Schumacher, während Matthias Horst weiterhin bei der 2. Mannschaft blieb. Den Vorsitz des Spielausschusses übernahm Leo Velden.

So konnte bereits in der folgenden Spielzeit 1973/74 die Vizemeisterschaft errungen werden. Nach langem Kopf an Kopf-Rennen an der Spitze musste die Borussia sich dem Spitzenreiter TuS Langerwehe in einem vorentscheidenden Spiel mit 1:2 geschlagen geben.

Die Ölkrise beeinträchtigte Ende des Jahres 1973 die Durchführung des Spielbetriebes erheblich. So mussten viele Spiele wegen des Fahrverbotes an Sonntagen bereits in der Woche oder samstags durchgeführt werden.

Im Jahre 1975 gelang dann der Wiederaufstieg in die Bezirksklasse.

Neues Umfeld

Um den Herausforderungen der neuen Klasse genügen zu können, wurden eine Reihe neuer Spieler verpflichtet, vor allem aber ein neuer Trainer. Dieser hieß Willi Schüll und hatte für die Würzburger Kickers gespielt, bevor er 1953 zur SG Düren 99 wechselte, die damals der 2. Liga-West (zweithöchste Spielklasse) angehörte. Hier vermittelte ihm kein Geringerer als der bundeligaerfahrene „Eiserne Fritz“, Fritz Langner das Rüstzeug selbst ein guter Trainer zu werden. So schaffte er 1964 als Trainer mit Viktoria Schlich und anschließend mit SW Düren 1896 den Aufstieg in die Bezirksklasse, bevor er dann mit dem SV Merken in die 1, Kreisklasse aufstieg. Im neuen Umfeld wurde der Borussia so gut wie nichts zugetraut, so titelte der Kölner Stadtanzeiger ->Masse für Derichsweiler, aber auch Qualität?<.

Doch auch in der Bezirksklasse blieb der Erfolg der Borussia treu. So wurde auf Anhieb der 3. Tabellenplatz erreicht und die Tatsache, dass bis zum 17. Spieltag noch echte Chancen auf die Meisterschaft bestanden hatten, rundete das Bild eines erfolgreichen Jahres 1976 ab. Hinzu kam in diesem Jahr der Aufstieg unserer 2. Mannschaft in die 2. Kreisklasse. Mit dem 4. Tabellenplatz unserer 1. und dem guten Abschneiden der 2. Mannschaft konnte man auch im folgenden Jahr 1977 zufrieden sein. Höhepunkt der Saison war sicherlich das Meisterschaftsspiel am 12. Spieltag gegen den Lokalrivalen SV Merken. Da Lokalkämpfe meist eine hohe Brisanz in sich tragen, betraute der Verband den Bundesliga- und FIFA-Schiedsrichter Walter Eschweiler mit seinen Linienrichtern mit der Spielleitung. Selten war es auf dem Spielfeld so still und ebenso selten wurde ein so hochklassiger Fußball in einem Lokalderby vor etwa 350 – 400 Zuschauern gespielt, wie unter der Leitung des Mannes, der aufgrund seiner überragenden Schiedsrichterleistungen mit der goldenen Pfeife ausgezeichnet wurde.

Auch in den Pokalspielen hatte unsere Mannschaft einen guten Lauf, was sich darin niederschlug, dass man erst im Endspiel des Kreispokals gegen den klassenhöheren Vorjahressieger TuS Langerwehe mit 0:5 unterlag, sich als Vizepokalsieger aber für die Pokalspiele auf Mittelrheinebene qualifizierte. In der ersten Runde verlor die Borussia dann zu Hause gegen den dreimaligen Deutschen Amateurmeister SC Jülich 1910 mit 1:2 erst nach Verlängerung und hatte den haushohen Favoriten am Rande der Niederlage.

Einmalige Ehrung

Eine in der Geschichte der Borussia einmalige Ehrung wurde am 19. April 1972 Arnold Horst zuteil. Aufgrund seiner jahrelangen hervorragend geleisteten Arbeit in den verschiedensten Funktionen unseres Vereins, erhielt er anlässlich seiner 60-jährigehn Mitgliedschaft aus den Händen des damaligen Bürgermeisters Hans Becker den Goldenen Ehrenring der Borussia. In diesem Ring sind die Insignien der Borussia eingearbeitet und seine Einmaligkeit macht diesen Ring wertvoll, denn er wurde nur dieses eine Mal verliehen.

Erneuter Wechsel der Vereinsführung

Im Jahre 1977 wechselte abermals die Führung unseres Vereins. Sportkamerad Rudolf Berkemeier konnte wegen Wohnungswechsels sein Amt als Vorsitzender nicht mehr ausüben. Als Nachfolger konnte Rudolf Zeller gewonnen werden, der fortan die Geschicke des Vereins in die Hände nahm.

Jubelfest 1978

Im Jubeljahr 1978 lagen für die Borussia Erfolg und Misserfolg dicht beisammen. Es bedurfte größter Anstrengungen und Bemühungen aller Beteiligten, um mit der 1. Mannschaft einen den Klassenerhalt sichernden Platz zu erreichen. Für die 2. Mannschaft blieben jedoch alle Bemühungen erfolglos. Sie musste fortan ihr Glück wieder in der 3. Kreisklasse suchen.

Das 75-jährige Vereinsjubiläum feierte man in einer Festwoche vom 11. Bis 19. August 1978. Die Presse titelte damals über unseren Heimatort Derichsweiler: „Hier feiert stets alles zusammen!“ Damit war schon ausgedrückt, dass wiederum alle Ortsvereine, aber auch alle Einwohner hinter der Borussia standen und dieses Jubiläum würdig zu feiern wussten. Auf dem Festkommers überbrachte der damalige DFB-Schatzmeister und spätere DFB-Präsident und DFB-Ehrenpräsident, Egidius Braun, die Glückwünsche des Verbandes. Aber auch die Politik war mit dem Bürgermeister der Stadt Düren, Wolfgang Vogt, und dem Landrat Johannes Kaptain würdig vertreten. Groß war auch die Zahl der Sportfreunde aus unseren Nachbarvereinen, die es sich nicht nehmen ließen, ihre Glückwünsche zu überbringen. Anna Maßmann erhielt an diesem Abend als erste Frau die Goldene Ehrennadel des Vereins für ihre Tätigkeit als 1. Geschäftsführerin, ein Amt, das sie bis dahin immerhin 12 Jahre ausübte.

Die Jahre 1978-1990

Abstieg aus der Bezirksklasse

Nach dem Abgang von Trainer Willi Schüll wurde wegen einer sehr dünnen Personaldecke von nur 14 Spielern, mit Henner Moritz ein Spielertrainer verpflichtet. Umso mehr verwunderte es, dass unsere 1. Mannschaft in der Saison 1978/79 den Klassenerhalt in der Bezirksklasse, wenn auch nur über ein Entscheidungsspiel, sichern konnte. Gegen Jugend 07 Bergheim auf neutralem Platz in Jülich sicherte ein Tor von Gerd Schumacher den Klassenerhalt.

Mit Beginn der Spielzeit 1979/80 übernahm mit Jakob Voihs ein Trainer aus den eigenen Reihen, der lange Jahre selbst in der 1. Mannschaft aktiv war, den Übungsbetrieb. Doch auch ihm war es nicht vergönnt, mit der Mannschaft wieder eine bessere Rolle in der Bezirksklasse zu spielen. Sieben Spieler hatten den Verein verlassen und waren nur durch wenige Nachwuchskräfte ersetzt worden. So war es nicht weiter verwunderlich, dass unsere 1. Mannschaft mit Ende der Spielzeit erneut den Weg zurück in die erste Kreisklasse antreten musste.

Errichtung der Tribüne

Außersportlich war es durch die Mithilfe zahlreicher Mitglieder und auf Betreiben unseres 1. Vorsitzenden Rudolf Zeller gelungen eine überdachte Tribüne an unserem Rasenplatz zu errichten, die das Bild unserer Platzanlage weiter hob und vervollständigte. Im gleichen Jahr 1979 wurde auch der Eingangsbereich unseres Sportheimes mit einer Bedachung versehen.

Wechsel der Geschäftsführung

Auf der Generalversammlung am 22. November 1981 wurde Heinz Kronen zum 1. Vorsitzenden gewählt, der wie sich zeigte, in den folgenden Jahren mit Geschick und der manchmal nötigen Härte, es verstand, das Vereinsschiff um alle Klippen herum zusteuern. Anna Maßmann schied nach 15-jähriger Tätigkeit als Geschäftsführerin aus dem Vorstand aus. Rudolf Zeller übernahm dieses Amt, das er bis zu seinem, viel zu frühen, Tod im November 1983 ausfüllte.

Sportliche Krisen

Sportlich lief es gar nicht gut für unsere Borussia. Nach nur zwei Spielzeiten in der Kreisliga A unter Trainer Wolfgang Babiuch war ein weiterer  Abstieg Ende der Saison 1981/82 unvermeidbar. So musste der im Sommer 1982 verpflichtete Trainer Willi Hamacher versuchen aus den Niederungen der Kreisliga B wieder den Weg nach oben zu weisen. Dies fing auch zunächst gut an, lag die Mannschaft zur Halbzeitpause 1982/83 noch ungeschlagen an der Spitze, so folgte in der Rückrunde ein unerklärlicher Einbruch, der aber letztlich noch zur Vizemeisterschaft führte. Unter Spielertrainer Dieter Berger wurde dann im Jahr 1983/84 durch ein Entscheidungsspiel, das mit 5:2 für die Borussia endete, der Wiederaufstieg in die Kreisliga A geschafft.

Geschäftsführer gefunden

Auf der Generalversammlung am 25.11.1984 wurde das Amt des 1. Geschäftsführers, das nach dem Tode von Rudolf Zeller von mehreren Personen verwaltet worden war, mit Jakob Voihs neu besetzt, wodurch wieder Kontinuität in der Vereinsarbeit gewährleistet war.

Im Fahrstuhl

Mit Michael Schwahn wurde zu Beginn der Spielzeit 1984/85 ein neuer Spielertrainer verpflichtet, der es jedoch nicht verstand, aus dem vorhandenen Spielerkader eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, so dass die Borussia erneut den Weg in die Kreisliga B gehen musste. Man besann sich auf die Fähigkeiten und die gute Arbeit, die Dieter Berger geleistet hatte und verpflichtete ihn zur Saison 1985/86 erneut. Mit ihm wurde der direkte Wiederaufstieg angestrebt. Die Abschlusstabelle sah unsere 1. Mannschaft auf dem 1. Platz, Meisterschaft und Aufstieg waren erneut geschafft.

Die folgende Spielzeit 1986/87 sah unsere Mannschaft als Neuling in der Kreisliga A im permanenten Abstiegskampf verwickelt, doch reichte es schließlich zu Platz 13, womit der Abstieg verhindert wurde. Mit Dieter Berger verließ der Erfolgstrainer den Verein. Ein neuer Trainer, Hermann Hölscher, aus dem Aachener Raum kommend, wurde verpflichtet, der jedoch schon nach zwei Monaten das Handtuch warf und die Borussia wieder verließ. Mit Heinz-Dieter Reimer wurde ein Trainer gefunden, der sich in der Folgezeit mit großem Engagement den sportlichen Zielen des Vereins widmete. Die Saison 1987/88 schlossen wir mit einem zufriedenstellenden 8. Platz ab. Auch die Saison 1988/89 ließ sich zunächst gut an und im März 1989 belegte unsere 1. Mannschaft den 5. Tabellenplatz. Durch eine beispiellose Serie von Niederlagen rutschte das Team jedoch auf den 15. Platz ab, wodurch sich der Vorstand gezwungen sah, erstmalig in der Geschichte der Borussia, einen Trainer vorzeitig aus seinem Vertrag zu entlassen. Jedoch war man zu diesem Schritt gezwungen, da es im Verhältnis Trainer/Mannschaft keine Basis mehr zur Zusammenarbeit gab.

Doch war auch dies noch kein Grund zur Verzweiflung, denn mit dem Spieler Manfred Ruick jun. wurde ein Sportkamerad gefunden, der sich bereit erklärte, unterstützt von Jakob Voihs, die Geschicke der Mannschaft bis zum Saisonende zu leiten. So gelang es, zum Schluss noch Platz 12 zu erreichen, womit der Abstieg glücklicherweise vermieden war.

Die Saison 1989/90 sah unsere Mannschaft, unter der Leitung des Spielertrainers Manfred Ruick jun., wiederum auf dem 12. Tabellenplatz, nachdem man lange um den Verbleib hatte zittern müssen. Mit dem Spielertrainer Gerd Krumpen langte es im folgenden Jahr 1990/91 zu einem 9. Tabellenplatz, der allerdings besser aussah, als es in Wirklichkeit war, hatte man doch wiederum lange um den Klassenerhalt bangen müssen.

Die zweite Mannschaft verstand es in der Kreisliga C in den 80-er Jahren immer wieder im oberen Tabellendrittel mitzuspielen, was nicht zuletzt dem langjährigen Betreuer Edi Hoffmann zu verdanken war.

Führungskrise

Zwischenzeitlich war es zu einer Führungskrise innerhalb des Vereins gekommen. Auf der Generalversammlung am 22.11.1987 gelang es nicht, für den zurückgetretenen Vorsitzenden Heinz Kronen, einen neuen 1. Vorsitzenden zu finden. Erst eine laut Satzung neu anberaumte Generalversammlung am 28.2.1988 konnte die Krise beenden. Nach einiger Diskussion stellte sich Heinz Kronen doch wieder als 1. Vorsitzender zur Verfügung, wodurch das Vereinsgeschehen wieder in guten und bewährten Händen lag.

2. Mannschaft

Nach dem Abstieg aus der Kreisliga B im Jahre 1978 spielte die 2. Mannschaft mit wechselndem Erfolg in der Kreisliga C, war aber jederzeit ein Reservoir an Spielern für die 1. Mannschaft, wenn aus den unterschiedlichsten Gründen Not am Mann war.

 

Die Jahre 1990-2003

Neuer geschäftsführender Vorstand

Die Generalversammlung am 23.11.1990 wählte den bisherigen Jugendleiter Heinz-Peter Mays zum 1. Geschäftsführer, ein Amt, das er schon kommissarisch seit Mai 1990 für den zurückgetretenen Sportkameraden Jakob Voihs ausfüllte. Als neuer Jugendleiter wurde Rolf Mütter in seinem Amt bestätigt, das er im Oktober 1990 übernommen hatte. Heinz Kronen behielt den Vorsitz, bekam aber mit Hermann-Josef Caspers einen neuen Stellvertreter.

Mit neuem Trainer in sicheren Gefilden

Mit Kurt Marx wurde zu Beginn der Spielzeit 1991/92 ein Trainer verpflichtet, der selbst lange Jahre in der Verbandsliga gespielt hatte und daraus einen großen Erfahrungsschatz mitbrachte. Er verstand es, unsere Spieler neu zu motivieren, auch wenn der Saisonabschluss mit dem 13. Platz scheinbar eine andere Sprache spricht. Doch eine Niederlagenserie und Verletzungspech führten in diese Talsohle, nachdem zum Jahreswechsel ein Platz im oberen Tabellendrittel belegt werden konnte. In der Saison 1992/93 konnte wiederum ein Platz im oberen Tabellendrittel errungen werden. Hochstimmung herrschte in der Hinrunde der Saison 1993/94 als unsere 1. Mannschaft scheinbar uneinholbar die Herbstmeisterschaft errang, durch eine unverständliche Niederlagenserie im zweiten Durchgang schließlich aber nur den vierten Platz belegte.

Übergabe der Nebenanlagen

 Ab dem 1.7.1993 wurde der Verein von der damaligen Stadtverwaltung vertraglich dazu „genötigt“, die Nebenflächen der Sportplatzanlage von immerhin 7.802 Quadratmetern in Eigenregie bei Zahlung eines Zuschusses zu pflegen, eines Zuschusses allerdings, der gegenüber den bis dato gezahlten Zuschüssen fast lächerlich anmutete und nicht einmal dazu reichte, die Unterhaltskosten eines angemessenen Rasenmäher zu decken, geschweige denn, einen solchen anzuschaffen.

Führungswechsel

Auf der Generalversammlung am 12.11.1993 legte Heinz Kronen nach 12 Jahren das Amt des 1. Vorsitzenden endgültig nieder. Er hatte mit viel Einsatz in nicht immer leichten Zeiten es verstanden, das Schiff FC Borussia in gesicherten Fahrwassern zu lenken und übergab einen intakten Verein.

Der bisherige 2. Vorsitzende Hermann-Josef Caspers wurde neuer Vorstandschef der Borussia und konnte sich auf ein mittlerweile erfahrenes und bewährtes Vorstandsteam stützen. Eine Tatsache, die, wie die folgenden Jahre zeigten, von unschätzbarem Wert für den Verein war.

Schwierige Zeiten

Die Zeiten für die Fußball spielenden Vereine in der Stadt Düren sollten ständig schlechter werden. So wurde mit Genehmigung der Stadt Düren vom 1.9.1994 dem Kurdistan Sport Verein die Genehmigung erteilt, die Sportplatzanlage „An der Bahn“ mit zu nutzen. Eine Entscheidung, die noch oft für Ärger sorgen sollte.

Die Zuschüsse der Stadt Düren für den Erhalt des Sportheimes wurde von Jahr zu Jahr weniger, bis man schließlich bei null angelangt war. Dies veranlasste den Vorstand zu handeln und auch oft unliebsame Entscheidungen zu treffen. Der Gemeinschaftsraum des Sportheimes war schon seit einigen Jahren konzessioniert und wurde vom damaligen Platzwart Leo Velden bewirtschaftet. Da dieser zu den neuen Bedingungen nicht mehr bereit war, nach fast zwei Jahrzehnten, weiter für den Verein als Heim- und Platzwart zu fungieren, wurde das Sportheim ab dem 1.9.1997 verpachtet. Alle Abteilungen des Vereins wurden gezwungen, die Gürtel enger zu schnallen und wieder mehr Eigeninitiative zu entwickeln.

Sportliche Entwicklung

Auch in der Saison 1994/95 gehörte die 1. Mannschaft zur Spitzengruppe der Kreisliga A und führte des Öfteren die Tabelle an, doch reichte es schließlich nur zum sechsten Platz in der Endabrechnung, allerdings nur 4 Punkte hinter dem Tabellenersten.

Mit Ende der Saison 1994/95 beendete Kurt Marx aus beruflichen Gründen seine Trainertätigkeit bei der Borussia und vier Leistungsträger verließen den Verein. Fortan übernahm mit Andy Stump ein Mann die Geschicke, der mit Borussia Buir in der Kreisliga A Bergheim über Jahre hinweg in der Spitze mitgemischt hatte und selbst viele Jahre in der Verbands- und Oberliga aktiv gewesen war. Doch seine Tätigkeit sollte nur von kurzer Dauer sein. Schon im November trennte man sich von ihm, da er es nicht verstanden hatte, eine neue Mannschaft aufzubauen.

Als Vorletzter der Tabelle mit nur neun Punkten schwebte man in akuter Abstiegsgefahr. Als Interimstrainer trat bis zum Ende der Hinrunde der aktive Spieler Alfred Schmalz an, der es verstand innerhalb kürzester Zeit das Team neu zu motivieren, so dass aus den letzten drei Spielen der Hinrunde drei Siege und damit weitere neun Punkte eingefahren werden konnten. Man konnte nun der Rückrunde doch etwas gelassener entgegensehen, in der wieder Kurt Marx die sportliche Verantwortung übernahm. In der Spielzeit 1994/95 belegte unsere Mannschaft den 6. Platz.  In der Saison 1995/96 wurde die sogenannte Drei-Punkte-Regel eingeführt, was bedeutete, dass es fortan für einen Sieg drei, für ein Unentschieden einen und für eine Niederlage keinen Punkt gab. Damit war die Zählung der sogenannten Minuspunkte beendet. In diesem Jahr belegte unsere 1. Mannschaft den 7. Platz.

Aber in den folgenden Jahren machte sich immer mehr das Fehlen einer eigenen A-Jugend als Unterbau bemerkbar. Neue Spieler mussten von auswärts geholt werden, was aufgrund finanzieller Gegebenheiten immer schwieriger wurde. So kam es nicht überraschend, dass unser Team sich am Ende der Saison 1997/98 auf dem zehnten Tabellenplatz wiederfand. Kurt Marx, der über Jahre hinweg gute Arbeit geleistet hatte, verabschiedete sich, um beim Nachbarverein TuS Jüngersdorf/Stütgerloch einmal neue Eindrücke als Trainer zu sammeln.

Der Sportkamerad Alfred Schmalz, der die Mannschaft schon einmal übergangsweise betreut hatte, wurde als neuer Trainer verpflichtet und konnte mit der Elf in der Saison 1997/98 nach langem Kampf gegen den Abstieg noch einen zufrieden stellenden 12. Platz belegen. Obwohl vor Beginn der Saison 1998/99 die Mannschaft nach Meinung aller Experten erheblich verstärkt worden war, stand am Ende der Abstieg in die Kreisliga B. Eine Verletzungsserie ohne Beispiel, die im ersten Vorbereitungsspiel begann und bis zum Ende der Saison anhielt, sorgte dafür, dass die Elf ständig auf zwei bis drei Leistungsträger verzichten musste. Die vermeintliche große Personaldecke wurde so dünn, dass sowohl der Trainer als auch Spieler aus der 2. Mannschaft immer wieder einspringen mussten. Doch der Gewinn des Fair-Play-Pokals, einer Stiftung der Sparkasse Düren die nach einer Punktwertung vergeben wird, zeigte, dass unser Team trotz des Abstiegs immer fair geblieben war.

Strukturelle Neuerungen

Der Fußballverband Mittelrhein hatte zwischenzeitlich beschlossen, die Fußballkreise des Verbandsgebietes den politischen Kreisen anzugleichen. Dies bedeutete, dass der Fußballkreis Düren und der Fußballkreis Jülich ab der Saison 2001/02 unter einem Dach als Fußballkreis Düren laufen würde. Da gleichzeitig auf Verbandsebene die Bezirksligen von sechs Klassen mit jeweils 16 bis 18 Mannschaften auf vier Klassen mit jeweils 16 Teams verkleinert wurden, bestand plötzlich für die Kreisligen das Problem der neuen Klasseneinteilung. Neben zwei A-Kreisligen mit je 16 Mannschaften, entstanden drei B-Kreisligen mit je 15 Mannschaften und vier C-Kreisligen mit je 15 bis 16 Mannschaften. Damit wurde seitens des Verbandes festgelegt, dass die Spielzeiten 1999/00 und 2000/01 als Qualifikationsrunden für die neu zu bildenden Ligen gelten würden.

Weitere sportliche Entwicklung

Es galt also nun, sich nicht nur in der neuen Umgebung etablieren zu müssen, sondern es mussten auch in den folgenden zwei Jahren genügend Punkte eingefahren werden, um wenigstens die Qualifikation für die Kreisliga B zu erreichen. Gleichzeitig entschloss sich der Vorstand, die Mannschaft zu verjüngen. Keine leichte Aufgabe also für den neuen Trainer, der nach einigen Verhandlungen dann wieder Kurt Marx hieß. So gelang in der Spielzeit 1999/00 dann auch ein respektabler 4. Platz. Die Verjüngung der Mannschaft wurde weiter durchgeführt, was dazu führte, dass es in der Saison 2000/01 nur zum 11. Tabellenplatz reichte, was so gerade eben noch genügte, sich für die neu zu bildenden B-Ligen zu qualifizieren.

Mit Beginn der Spielzeit 2001/02 musste wieder ein neuer Trainer gesucht werden, da Kurt Marx sein Amt nicht mehr weiterführen wollte. Der Vorstand entschloss sich, mit Ralf Schneider aus Düren einen jungen Mann zu verpflichten, der es verstand mit jungen Leuten zu arbeiten und die weiter verjüngte Mannschaft zu führen.

Auch in der Saison 2002/03 konnte die Mannschaft in der Kreisliga B weitgehend überzeugen.

Die 2. Mannschaft

Zum Jahresende 1992 lag die zweite Mannschaft, die mittlerweile vom Spielausschussobmann Klaus Schlammer geführt wurde, auf Platz eins in der Kreisliga C, doch reichte es schließlich doch nicht zum Aufstieg. Auch im darauffolgenden Jahr lag die 2. Mannschaft lange Zeit an der Tabellenspitze und lieferte sich dort einen spannenden Kampf mit der 1. Mannschaft von Kreuzau, der man am vorletzten Spieltag unglücklich unterlag und sich so wiederum damit abfinden musste, den angestrebten Aufstieg ein weiteres Mal verfehlt zu haben. Auch in den Spielzeiten 1992/93 und 1993/94 spielte die zweite Mannschaft immer um die Spitze mit. Mit Beginn der Saison 1995/96 übernahm Uli Schröder das Team als Betreuer und es erfolgte eine starke Verjüngung der Mannschaft, was sportlich zunächst dazu führte, das man sich mit den unteren Tabellenregionen vertraut machen musste. Die Spieljahre 1996/97, 1997/98 und 1998/99 sahen unsere 2. Mannschaft immer auf einem einstelligen Mittelfeldplatz. Allerdings wurde es immer schwieriger die notwendige Anzahl von Spielern zu finden, was dazu führte, dass die Mannschaft zunehmend veraltete. Nach nur wenigen Spielen der Saison 1999/00 kam dann das, was zwangsläufig kommen musste. Die zweite Mannschaft musste leider vom Spielbetrieb abgemeldet werden, da nicht mehr genug Spieler zur Verfügung standen.

Erneuter Führungswechsel

Auf der Generalversammlung am 4.11.1999 legte Hermann-Josef Caspers das Amt des 1. Vorsitzenden nieder. Er konnte in dem sicheren Bewusstsein scheiden, den Verein in den vergangenen sechs Jahren um manche Existenz bedrohende Klippe geführt zu haben und eine Borussia hinterlassen zu haben, die mittelfristig sportlich und wirtschaftlich auf gesunden Beinen stand.

Seine Nachfolge trat der Sportkamerad Fritz Heyden an, der erst wenige Jahre dem Verein angehörte und erst kurz im Vorstand war, der sich jedoch durch unbändigen Arbeitseifer ausgezeichnet hatte. Ihm zur Seite verblieb ein Vorstandteam, das Erfahrung in vielen Schlachten der letzten Jahre gesammelt hatte. Dass dies notwendig war, zeigte schon das Jahr 2000.

Städtische Krise

Die Stadt Düren, finanziell in Schieflage geraten, konnte nicht nur, wie schon im Vorjahr, keinerlei Zuschüsse mehr zahlen, sondern zwang die Vereine, und damit auch die Borussia in Übernahmeverträge. So wurde der FC Borussia seit dem 1.1.2001 mit 15 % an allen entstehenden Kosten beteiligt, die für die Instandhaltung des Sportheimes und der Platzanlagen anfielen. Dadurch war der Vorstand weiter gezwungen, Sparmaßnahmen zu suchen und durchzuführen, die manchmal schmerzlich für Einzelne, aber zum Erhalt des Vereins notwendig waren. Jeder Einzelne war angesprochen, sich und seine Arbeitskraft in das Wohl des Vereins zu stellen, um das Überleben in diesen wirtschaftlich sehr schweren Zeiten sicher zu stellen.

Jubelfest 2003

Das 100-jährige Bestehen der Borussia warf schon frühzeitig seine Schatten. Bereits 2001 wurden drei Ausschüsse gebildet, die sich mit der Planung und Durchführung der Festlichkeiten befassen sollten. Um einen Bruch in den Planungen zu verhindern, trat der komplette Vorstand auf der Generalversammlung am 29.11.2002 zur Wiederwahl an.

Es wurde festgelegt, die Feierlichkeiten in zwei Teilen durchzuführen. So fand am Freitag, den 4.Juli 2003 im Festzelt auf dem Martinusplatz der Festkommers statt, an dem neben Bürgermeister Paul Larue und der stellvertretenden Landrätin Liesel Koschorrek auch eine stattliche Abordnung des Fußballkreises Düren und des Fußballverbandes Mittelrhein teilnahmen, die der Borussia zum Jubiläum gratulierten. Selbstverständlich waren auch die übrigen Ortsvereine, wie es sich in Derichsweiler gehört, wieder in großer Zahl vertreten und auch befreundete Fußballvereine aus der Nachbarschaft waren gern gesehene Gäste. Viele der Teilnehmer ist diese Veranstaltung noch heute in bester Erinnerung. Am Samstag, den 5. Juli 2003 standen dann Ständchengänge an, in deren Verlauf der langjährige Vorsitzende Heinz Kronen zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Der Abend wurde beschlossen mit dem großen Jubiläums- und Sportlerball.

Der Sonntag sah einen Kirchgang mit anschließender Gefallenen- und Verstorbenenehrung am Ehrenmal vor, dem sich der Frühschoppen anschloss. Am Nachmittag zog dann der große Festzug unter Beteiligung aller Ortsvereine durch unser Heimatdorf Derichsweiler.

Den zweiten Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten bildeten dann die sportlichen Wettkämpfe auf unserer Sportplatzanlage „An der Bahn“, die von Mittwoch, dem 9. Juli bis zum Sonntag, den 13. Juli 2003 andauerten.

Für diesen Anlass war unsere Sportanlage besonders herausgeputzt worden und es muss hier erwähnt werden,dass es durch die Mitarbeit vieler Mitglieder, aber besonders der >Alten Herren<, möglich wurde, den gesamten Vorplatz des Sportheimes mit Verbundpflastersteinen auszustatten, um so einen sauberen Zugang zum Sportheim zu erreichen.

 

Die Jahre 2003-heute

Die sportliche Entwicklung

Auch die Saison 2003/04 sah unsere Mannschaft im gesicherten Mittelfeld der Kreisliga B. Zum Ende der Saison beendete Ralf Schneider seine durchaus erfolgreiche Zeit als Trainer und wechselte nach Huchem/Stammeln. Der Vorstand handelte schnell und nahm mit Willi Reese einen Trainer mit Landesligaerfahrung unter Vertrag, womit man glaubte einen guten Griff getan zu haben. Da bis Ende der Saison jedoch einige Leistungsträger zu klassenhöheren Vereinen wechselten, sah der neue Trainer seine Felle schwimmen und kündigte, ohne eine einzige Trainingseinheit für die kommende Saison durchgeführt zu haben.

Durch schnelles Handeln und Reaktivierung einiger ehemaliger Spieler gelang es, den Kader wieder aufzufüllen. Erheblich schwerer war die Suche nach einem neuen Trainer, den man schließlich mit Wilfried Roß fand, der lange Jahre als Spieler beim SV Merken aktiv gewesen war und einige Jahre den SC Teutonia Echtz in der Kreisliga B trainiert hatte.

Doch eine unwahrscheinliche Pechsträhne mit einer Reihe von langwierigen Verletzungen einiger Leistungsträger führte dazu, dass man sich zum Ende der Saison 2004/05 mit dem Abstieg in die Kreisliga C anfreunden musste.

Die Mannschaft wurde nun wieder einmal verjüngt und der Wiederaufstieg wurde ins Visier genommen. Doch trotz mehr als 100 geschossener Tore, musste man sich in der Saison 2005/06 der Mannschaft von SW Düren 1896 in den entscheidenden Spielen geschlagen geben und mit dem 2. Tabellenplatz vorlieb nehmen. Auch in der Saison 2006/07 spielte man von Beginn an um die Spitze mit und behauptete auch lange Zeit die Tabellenführung. Als im vorentscheidenden Heimspiel gegen die SG Burgwart II ein 3:2 Sieg eingefahren werden konnte, sah man fünf Runden vor Schluss wie der sichere Aufsteiger aus, da es nicht vorstellbar war, noch gegen irgendeinen der kommenden Gegner Punkte einzubüßen. Aber bereits im nächsten Auswärtsspiel gab es in Beythal eine herbe 1:4 Niederlage, so dass am Ende wieder nur die Vizemeisterschaft für die Borussia blieb.

Erst die Saison 2007/2008 brachte dann den lange ersehnten Wiederaufstieg in die Kreisliga B. Im letzten Spiel bei Viktoria Schlich II wurde die Meisterschaft klar gemacht und anschließend der restliche Sonntag zünftig gefeiert.

Die Saison 2008/09 war für die junge Mannschaft nicht einfach zu bewältigen. Viele Verletzungen und ein kleiner Spielerkader sorgten dafür, dass es von Anfang an gegen den Abstieg zu spielen galt. Dank einigenA-Jugendspielern des älteren Jahrganges konnten die entstandenen Personallücken immer wieder aufgefüllt werden. So reichte am Saisonschluss der viertletzte Platz, um dem Abstieg zu entgehen. Doch schon in der Saison 2009/10 lief es für die Mannschaft erheblich besser und man kam zu keinem Zeitpunkt in Abstiegsgefahr, was nach 30 Spielen mit jeweils 10 Siegen, Unentschieden und Niederlagen zu einem guten 8. Platz im Mittelfeld reichte. Zum Ende der Saison wurde der sportliche Leiter Wilfried Roß vor dem letzten Heim-spiel würdig verabschiedet, nach sechs Jahren hervorragender Arbeit.

Der Vorstand hatte sich entschlossen, zu Beginn der Saison 2010/11 weiter auf eine Verjüngung der Mannschaft zu setzen. So wurden die Abgänge einiger älterer Spieler durch junge, erfolgshungrige Leute aus der eigenen A-Jugend ersetzt. Der bisher erfolgreiche A-Jugend-Trainer Bernd Koch wurde mit der sportlichen Leitung der Mannschaft betraut und man erhofft sich eine weitere Konsolidierung.

Die zweite Mannschaft

Mit Beginn der Saison 2008/09 gelang es aufgrund  der steigenden Spielerzahl endlich wieder eine 2. Mannschaft zum Spielbetrieb zu melden. Die erste Spielzeit gestaltete sich erwartungsgemäß schwierig und am Ende reichte es zum 13. und damit vorletzten Tabellenplatz. Doch schon die Spielzeit 2009/10 brachte eine wesentliche Verbesserung, so dass man mit dem 9. Tabellenplatz im Mittelfeld landen konnte.

Die Bedingungen im Umfeld

Leider setzt sich der finanzielle Niedergang der Stadt Düren weiter fort, so dass die Sporttreibenden Vereine weiter zur Kasse gebeten werden. So werden immer höhere Beteiligungen der Vereine an den Energie- und Instandhaltungskosten für Platz und Heim erhoben. Eine Lage, die für einen Verein unserer Größenordnung nur noch durch unwahrscheinliche Anstrengungen aller Mitglieder zu händeln sein wird.

Die Jugendabteilung

Die Jahre bis 1928

Es bestand schon früh in der Geschichte der Borussia eine Jugendmannschaft, allerdings nahm diese vor dem Ende des 1. Weltkrieges 1919 nicht an einem geregelten Meisterschaftsspielbetrieb teil. Offiziell wurde kein junger Mann unter 16 Jahren Mitglied der Borussia und die Spieler, die bereits älter als 16 Jahre waren, wurden ihrem Können gemäß in den Seniorenmannschaften eingesetzt.

Als aber nach dem ersten Weltkrieg der Fußballsport einen ungeahnten Aufschwung erlebte, kam es auch bei der Borussia zur Gründung einer Jugendmannschaft. Da eine erhebliche Zahl von Jugendlichen der Borussia beitraten, wurde es erforderlich, verschiedene Jugendmannschaften zu bilden. Unter der hervorragenden Führung von Johann Kronen, der das Amt des Jugendleiters bis 1921 ausübte, wurde unsere Jugendmannschaft ungeschlagener Meister der Jugendklasse. Von 1921 – 1924 bekleidete Wilhelm Neuß den Posten des Jugendleiters. Während dieser Zeit hatte auch die Jugendarbeit unter den verheerenden wirtschaftlichen Verhältnissen zu leiden.

Das Gründungsmitglied Josef Helge übernahm 1924 die Leitung der Jugendmannschaften und unter seiner Führung kam schnell neuer Schwung in Spielbetrieb und Training und innerhalb kürzester Zeit gelang es, wieder schlagkräftige Mannschaften zu stellen. Mit Erreichen seiner Ziele gab er die Führung an Johann Thelen weiter, der als Turner und Leichtathlet die besten Voraussetzungen mitbrachte. Ein guter Griff, wie sich später erwies.

1929 – 1949

Über die Jahre 1928 bis Ende des zweiten Weltkrieges im Jahre 1946 liegen keine verwertbaren Unterlagen über die weitere Geschichte der Jugendabteilung vor. Doch unmittelbar nach dem Kriege ging der Spielbetrieb auch bei den Jugendlichen wieder los.

1949 -1972

Unter dem Jugendleiter Arnold Horst, der sich aufopferungsvoll und mit besonderer Hingabe dieser Aufgabe widmete, wurde die A-Jugend-Mannschaft Gruppenmeister im Jahre 1951. Der Gruppensieg bedeutete die Teilnahme an den Spielen zur Kreismeisterschaft. Unvergessen sind hier die Duelle mit der SG Düren 99, wo immerhin mit Karl-Heinz Schnellinger, jüngster Teilnehmer bei der WM 1958 in Schweden (später in Diensten des 1. FC Köln, AC Mailand und AS Rom) und Jugendnationaltorwart Rolf Bierhoff (Vater des späteren Nationalspielers Oliver Bierhoff), schon damals erstklassige Spieler standen. Die Begeisterung unter den Jugendlichen kannte keine Grenzen. Es wuchsen Talente heran, die unserer Borussia sportlichen Erfolg und vor allem viel Freude bereiteten. Dies war einzig und alleine das Verdienst von Arnold Horst. Der Verein erlebte zum damaligen Zeitpunkt einen Aufschwung, wie es noch nie da gewesen war. Hier wurden Anfang der 50er Jahre die Fundamente für den späteren Aufstieg der Senioren in die Bezirksklasse gelegt. Nach 1953 war man sogar schon in der Lage auch eine Schülermannschaft zu stellen.

Anfang der 60er Jahre übernahmen dann die Sportkameraden Franz Birekoven und Manfred Schumacher die Leitung der Jugendabteilung. Doch traten schon bald erste Probleme auf, da die Altersklasseneinteilung der Kinder und Jugendlichen immer enger gezogen wurde. Gab es vor dem zweiten Weltkrieg nur eine Jugendmannschaft, in der alle Altersgruppen zusammen spielten, so wurde später getrennt in Jugend- (14-18 Jahre) und Schüler (10-14 Jahre). Nunmehr wurden aber weitere Unterteilungen in A- (16-18), B- (14-16), C- /12-14) und D-Jugend (10-12) durchgeführt. Anfang der 70er Jahre wurde diese Unterteilung dann noch erweitert in E- (8-10) und F-Jugend (6-8) sowie den Bambinis (0-6).

Es war auf vielen Dörfern nicht so ohne weiteres möglich, diese verschiedenen Altersstufen mit entsprechenden Spielerzahlen zu bestücken, um am Spielbetrieb teilnehmen zu können. Schon damals hat man oft Spielgemeinschaften mit mehreren Vereinen im Bereich der Jugend gebildet.

1972 – 1992

So kam es zwangsläufig dazu, dass Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre ein Neuaufbau erforderlich wurde.

Willi Becker übernahm die Leitung der Jugendabteilung und in Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Jugendausschuss gelang es, innerhalb kürzester Zeit wieder eine intakte Jugendabteilung aufzubauen. Erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. So wurde die D-Jugend bereits 1974 unter Trainer Rudi Franke Sieger ihrer Gruppe mit 24:4 Punkten und 84:15 Toren.

Mit der A- und B-Jugend konnten gute Plätze in den damals höchsten Jugendspielklassen, den Kreissondergruppen, belegt werden. Mit bis zu 120 spielenden Jugendlichen und mit bis zu 13 zum Spielbetrieb gemeldeten Mannschaften war unsere Jugendabteilung eine der größten im Kreis Düren. Im Sommer 1981 legte Willi Becker sein Amt nieder und Heinz-Peter Mays übernahm als Jugendleiter die Geschicke unserer Kinder und Jugendlichen, wobei er sich auf einen hervorragend funktionierenden Jugendausschuss stützen konnte.

Die Jugendabteilung hatte in diesen Jahren Höhen und Tiefen zu verzeichnen. Bedingt durch einen Geburtenrückgang standen den Vereinen auf dem Lande einfach nicht mehr genügend Spieler zur Verfügung um altersgerechte Mannschaften bilden zu können. Der Verband trug diesem Umstand Rechnung, indem er Spielgemein-schaften erlaubte. Hier bestand die Möglichkeit, dass sich mehrere Vereine ihre Spieler einer Altersstufe zusammen in einer Mannschaft spielen lassen konnten, ohne dass Vereinswechsel vonnöten waren. Doch kam es dabei zu teils unlösbaren logistischen Problemen. Waren Anfang der 80-er Jahre noch 120 Jugendliche bei unserer Borussia aktiv, so reduzierte sich der Bestand zusehends, bis mit nur noch 33 Junioren in 3 Mannschaften Mitte der 80-er Jahre der Tiefpunkt erreicht war. Doch durch zahlreiche Aktivitäten im außersportlichen Bereich gelang es, bis zum Jahre 1990 wieder 5 Mannschaften zu bilden, in denen 65 Jugendliche aktiv waren. Erwähnt seien hier die mehrtägigen Jugendfahrten die seit 1980 in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.

Im November 1991 wurde Heinz-Peter Mays zum Geschäftsführer des Vereins gewählt und Rolf Mütter übernahm die Leitung der Jugendabteilung. Doch sollte dies nur von kurzer Dauer sein.

1992 – 2003

Schon ein Jahr später übernahm im November 1992 Frank Breuer, der schon vorher lange Jahre als Jugendbetreuer und -trainer tätig war, die Leitung der Jugendabteilung. Unter  seiner Führung gelang es, wieder viele Eltern als Trainer und Betreuer unserer Kinder und Jugendlichen zu gewinnen. Die Mannschaften waren ab der D-Jugend (10-12 Jahre) abwärts bis zu den Bambinis (3-6 Jahre) immer gut besetzt und teilweise konnten sogar zwei Mannschaften einer Altersgruppe gebildet werden, doch gelang es nicht, dauerhaft eine C-, B- und A-Junioren-Mannschaft zu installieren. Ein Problem, mit dem viele kleine Vereine bis heute zu kämpfen haben und das trotz aller Anstrengungen nicht leicht zu lösen ist.

Doch auch in der Jugendabteilung herrschte nicht nur Sonnenschein. Berufliche Rücksichtnahmen führten dazu, dass ab dem Herbst 1998 Uli Esser als Jugendleiter fungierte, bis im Frühjahr 2000 die Abteilung wieder in die bewährten Hände Frank Breuers überging. In der Saison 2000/01 gelang es dann, endlich die lang ersehnte A-Junioren-Mannschaft zum Spielbetrieb zu melden. Allerdings bestand diese Elf fast nur aus auswärtigen Spielern und bestand daher nur eine Saison lang.

Doch auch ohne A- und B-Juniorenmannschaften wurde weiter Fußball gespielt und von den C-Jugendlichen bis hinunter zu den Bambinis fanden zahlreiche Kinder von drei bis 14 Jahren bei der Borussia ihre sportliche Heimat.

2003 – heute

Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum führten auch in der Jugendabteilung zu einem Boom. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen stieg stetig an. Teilweise waren in den Altersgruppen C bis Bambini insgesamt 10 Mannschaften mit unterschiedlichen Erfolgen im Spielbetrieb.

Im Jahr 2006 legte Frank Breuer sein Amt nieder und mit Dirk Turbanski trat ein neuer Jugendleiter an. Er schaffte zunächst einen nahtlosen Übergang und verstand es mit seinen Betreuern die bewährten Strukturen zu erhalten.

Endlich gelang es auch wieder, mit Beginn der Saison 2007/08 eine A- und eine B-Junioren-Mannschaft zum Spielbetrieb anzumelden. Unter der Trainingsleitung von Bernd Koch entwickelte sich ein wahrer Boom in der Altersstufe zwischen 14 und 18 Jahren. So mussten in der Saison 2009/10 und 2010/11 sogar zwei

A-Juniorenteams gemeldet werden. Und auch der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die A-Junioren konnten schon 2008 die Gruppenmeisterschaft feiern. Doch nicht nur auf den Spielbetrieb wurde äußerster Wert gelegt, sondern auch auf die Kameradschaft.

Zur Zeit spielen in fast allen Altersstufen eine oder gar zwei Mannschaften um Punkte. Zwischen 160 und 170 Kindern und Jugendlichen wird von zahlreichen Trainern und Betreuern die Möglichkeit eröffnet, ihren Fußballsport auszuüben, wobei der Schwerpunkt nicht ausschließlich auf Ergebnisse fokussiert ist, sondern auch soziales Verhalten eine große Rolle spielt.

Der Mädchenfußball

Mädchenfußball bei der Borussia

Die Highlights in der Jugendarbeit der letzten Jahre setzten völlig unerwartet die Mädchen. Schon seit Ende der 80-er Jahre hatten immer wieder vereinzelt Mädchen in den D- bis Bambini-Mannschaften mitgespielt, doch gelang es erstmals in der Spielzeit 1998/99 eine reine D-Junioren-Mädchenmannschaft zu stellen. Da im Kreis Düren nur wenig Vereine Mädchenmannschaften melden konnten, wurde hier eine überregionale Meisterschaft mit dem Erftkreis ausgespielt. Und hier schlugen unsere Mädchen voll zu und mischten die etablierten Teams richtig auf, was dazu führte, das am Ende der Saison die Meisterschaft der überregionalen Staffel gewonnen war und damit auch die Kreismeisterschaft. Doch damit nicht genug holte man auch die Hallenkreismeisterschaft und belegte nach großartigen Spielen in den Zwischen- und Endrunden einen hervorragenden 4. Platz bei der Mittelrheinmeisterschaft.

Wer nun meinte, es könne nicht mehr besser werden, der irrte gewaltig. Die Saison 1999/00 sah die

D-Juniorinnen wiederum als Meister der überregionalen Staffel. Auch die Kreismeisterschaft in der Halle wurde erfolg-reich verteidigt, aber der Höhepunkt kam noch. Die erste Zwischenrunde der Hallen-Mittelrheinmeisterschaft in Linnich konnte erfolgreich beendet werden. Auch die Zwischenrunde in Bonn wurde geschafft. Nunmehr stand die Endrunde wiederum in Linnich an. Ein unübersehbar Tross von über hundert Fans aus dem Ort machte sich auf, um das Team zu unterstützen. Und der Traum, das für unmöglich Gehaltene wurde wahr. Erstmals in der Vereinsgeschichte wurde eine Mannschaft unserer Borussia Mittelrheinmeister. Mittelrheinmeister D-Juniorinnen 2000: FC Borussia Derichsweiler. An diesem Erfolg waren die Spielerinnen Jasmin Naboulsi, Julia Hahn, Julia Pietschmann, Janyne Höveler, Denise Ruhrig, Diane Kreutz, Jennifer Reiss, Laura Heyden, Anne Biergans, Natalie Klein, Melia Cetin und Franziska Stollenwerk. Trainiert und betreut wurde die Truppe von Silvia Scheller, Frank Breuer und Frank Jäger.

Als C-Juniorinnen errang die Mannschaft in der Saison 2000/01 den 2. Platz in der überregionalen Staffel, ließ es sich aber nicht nehmen, wiederum die Kreismeisterschaft und den Kreispokal sowie 2002 nochmals die Hallenkreismeisterschaft zu gewinnen. Derweil errangen die D-Juniorinnen als neu gebildete Mannschaft einen respektablen 4. Platz.

Doch dann kam es zu einem Einbruch. Es standen leider nicht mehr genügend Mädchen zur Bildung einer Mannschaft zur Verfügung. So nahm von 2004 – 2006 keine Mädchenmannschaft der Borussia mehr am Spielbetrieb teil.

Erst zur Saison 2006/07 gelang es, wieder eine D-Juniorinnen-Mannschaft zu bilden. Unter der Trainingsleitung von Dirk Turbanski wurde man auf Anhieb Vizekreismeister, Vizekreispokalsieger und Vizehallenkreismeister. Und ein Jahr später konnte dann die Hallenkreismeisterschaft errungen werden, gefolgt von der Hallenmittelrheinmeisterschaft und der Kreismeisterschaft.

In der Saison 2008/09 trat dann erstmalig eine Mannschaft der Borussia in einer Meisterschaft auf Mittelrheinebene an. Die C-11er-Juniorinnen holten bei starker Konkurrenz der Mannschaften von Alemannia Aachen,1.FC Köln und Fortuna Köln auf Anhieb die Verbandsliga-Vizemeisterschaft sowie die Hallenkreismeisterschaft und den Kreispokal. Gleichzeitig nahm auch eine C-7er-Mannschaft auf Kreisebene an den Meisterschaftsspielen teil, die die Vize-Kreismeisterschaft errang.

Zur Zeit sind drei Mädchenmannschaften der Borussia im Spielbetrieb aktiv. Die B-Juniorinnen und die C-11er-Juniorinnen treten auf Mittelrheinebene an, während die D-7er-Juniorinnen auf Kreisebene um Punkte kämpfen.

Die Alt-Herren-Abteilung

Die Alt-Herren-Abteilung, die weit über ein Jahrzehnt hinaus von Leo Velden geführt worden war, dümpelte Anfangs der 90-er Jahre so vor sich hin. Es gab zwar eine Menge von Spielen, aber keinen ordentlichen Spielerkader. So war es nur dem außerordentlichem Engagement von Leo Velden zu verdanken, dass die Abteilung überhaupt noch existierte.

Im Frühjahr 1993 wechselte die Führung der AH-Abteilung von Leo Velden in die Hände von Andreas Eßer, der fortan zusammen mit Udo Lepper, Bernd Schröder, Bruno Urbanek, der leider allzu früh verstarb,  und Jürgen Mybach die Abteilung leitete. Durch die Übergabe der Führung in jüngere Hände kam nun auch in die AH-Abteilung wieder etwas frischer Wind und damit auch wieder neue Spieler.

Im September 1997 übernahm dann Bernd Schröder die Leitung der AH-Abteilung, die von da an nicht mehr aus der Borussia wegzudenken war, da sie ein wesentlicher Träger der Jugendabteilung geworden war, was daraus resultierte, dass eine Reihe der aktiven AH-Spieler gleichzeitig auch als Betreuer und Trainer in der Jugendabteilung fungierten.

Doch das Durchschnittsalter innerhalb des Spielerkaders wurde immer höher, so dass immer wieder einige Sportkameraden ihre Schuhe an den berühmten Nagel hängten. Dies führte dann jedoch dazu, dass ab dem Jahr 2009 kein organisierter Spielbetrieb mehr durch zuführen war. So ruht der Spielbetrieb zur Zeit, was aber nicht heißen muss, dass nicht bald doch wieder eine aktive AH-Mannschaft gestellt werden kann.