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Die Jugendabteilung

Die Jahre bis 1928

Es bestand schon früh in der Geschichte der Borussia eine Jugendmannschaft, allerdings nahm diese vor dem Ende des 1. Weltkrieges 1919 nicht an einem geregelten Meisterschaftsspielbetrieb teil. Offiziell wurde kein junger Mann unter 16 Jahren Mitglied der Borussia und die Spieler, die bereits älter als 16 Jahre waren, wurden ihrem Können gemäß in den Seniorenmannschaften eingesetzt.

Als aber nach dem ersten Weltkrieg der Fußballsport einen ungeahnten Aufschwung erlebte, kam es auch bei der Borussia zur Gründung einer Jugendmannschaft. Da eine erhebliche Zahl von Jugendlichen der Borussia beitraten, wurde es erforderlich, verschiedene Jugendmannschaften zu bilden. Unter der hervorragenden Führung von Johann Kronen, der das Amt des Jugendleiters bis 1921 ausübte, wurde unsere Jugendmannschaft ungeschlagener Meister der Jugendklasse. Von 1921 – 1924 bekleidete Wilhelm Neuß den Posten des Jugendleiters. Während dieser Zeit hatte auch die Jugendarbeit unter den verheerenden wirtschaftlichen Verhältnissen zu leiden.

Das Gründungsmitglied Josef Helge übernahm 1924 die Leitung der Jugendmannschaften und unter seiner Führung kam schnell neuer Schwung in Spielbetrieb und Training und innerhalb kürzester Zeit gelang es, wieder schlagkräftige Mannschaften zu stellen. Mit Erreichen seiner Ziele gab er die Führung an Johann Thelen weiter, der als Turner und Leichtathlet die besten Voraussetzungen mitbrachte. Ein guter Griff, wie sich später erwies.

1929 – 1949

Über die Jahre 1928 bis Ende des zweiten Weltkrieges im Jahre 1946 liegen keine verwertbaren Unterlagen über die weitere Geschichte der Jugendabteilung vor. Doch unmittelbar nach dem Kriege ging der Spielbetrieb auch bei den Jugendlichen wieder los.

1949 -1972

Unter dem Jugendleiter Arnold Horst, der sich aufopferungsvoll und mit besonderer Hingabe dieser Aufgabe widmete, wurde die A-Jugend-Mannschaft Gruppenmeister im Jahre 1951. Der Gruppensieg bedeutete die Teilnahme an den Spielen zur Kreismeisterschaft. Unvergessen sind hier die Duelle mit der SG Düren 99, wo immerhin mit Karl-Heinz Schnellinger, jüngster Teilnehmer bei der WM 1958 in Schweden (später in Diensten des 1. FC Köln, AC Mailand und AS Rom) und Jugendnationaltorwart Rolf Bierhoff (Vater des späteren Nationalspielers Oliver Bierhoff), schon damals erstklassige Spieler standen. Die Begeisterung unter den Jugendlichen kannte keine Grenzen. Es wuchsen Talente heran, die unserer Borussia sportlichen Erfolg und vor allem viel Freude bereiteten. Dies war einzig und alleine das Verdienst von Arnold Horst. Der Verein erlebte zum damaligen Zeitpunkt einen Aufschwung, wie es noch nie da gewesen war. Hier wurden Anfang der 50er Jahre die Fundamente für den späteren Aufstieg der Senioren in die Bezirksklasse gelegt. Nach 1953 war man sogar schon in der Lage auch eine Schülermannschaft zu stellen.

Anfang der 60er Jahre übernahmen dann die Sportkameraden Franz Birekoven und Manfred Schumacher die Leitung der Jugendabteilung. Doch traten schon bald erste Probleme auf, da die Altersklasseneinteilung der Kinder und Jugendlichen immer enger gezogen wurde. Gab es vor dem zweiten Weltkrieg nur eine Jugendmannschaft, in der alle Altersgruppen zusammen spielten, so wurde später getrennt in Jugend- (14-18 Jahre) und Schüler (10-14 Jahre). Nunmehr wurden aber weitere Unterteilungen in A- (16-18), B- (14-16), C- /12-14) und D-Jugend (10-12) durchgeführt. Anfang der 70er Jahre wurde diese Unterteilung dann noch erweitert in E- (8-10) und F-Jugend (6-8) sowie den Bambinis (0-6).

Es war auf vielen Dörfern nicht so ohne weiteres möglich, diese verschiedenen Altersstufen mit entsprechenden Spielerzahlen zu bestücken, um am Spielbetrieb teilnehmen zu können. Schon damals hat man oft Spielgemeinschaften mit mehreren Vereinen im Bereich der Jugend gebildet.

1972 – 1992

So kam es zwangsläufig dazu, dass Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre ein Neuaufbau erforderlich wurde.

Willi Becker übernahm die Leitung der Jugendabteilung und in Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Jugendausschuss gelang es, innerhalb kürzester Zeit wieder eine intakte Jugendabteilung aufzubauen. Erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. So wurde die D-Jugend bereits 1974 unter Trainer Rudi Franke Sieger ihrer Gruppe mit 24:4 Punkten und 84:15 Toren.

Mit der A- und B-Jugend konnten gute Plätze in den damals höchsten Jugendspielklassen, den Kreissondergruppen, belegt werden. Mit bis zu 120 spielenden Jugendlichen und mit bis zu 13 zum Spielbetrieb gemeldeten Mannschaften war unsere Jugendabteilung eine der größten im Kreis Düren. Im Sommer 1981 legte Willi Becker sein Amt nieder und Heinz-Peter Mays übernahm als Jugendleiter die Geschicke unserer Kinder und Jugendlichen, wobei er sich auf einen hervorragend funktionierenden Jugendausschuss stützen konnte.

Die Jugendabteilung hatte in diesen Jahren Höhen und Tiefen zu verzeichnen. Bedingt durch einen Geburtenrückgang standen den Vereinen auf dem Lande einfach nicht mehr genügend Spieler zur Verfügung um altersgerechte Mannschaften bilden zu können. Der Verband trug diesem Umstand Rechnung, indem er Spielgemein-schaften erlaubte. Hier bestand die Möglichkeit, dass sich mehrere Vereine ihre Spieler einer Altersstufe zusammen in einer Mannschaft spielen lassen konnten, ohne dass Vereinswechsel vonnöten waren. Doch kam es dabei zu teils unlösbaren logistischen Problemen. Waren Anfang der 80-er Jahre noch 120 Jugendliche bei unserer Borussia aktiv, so reduzierte sich der Bestand zusehends, bis mit nur noch 33 Junioren in 3 Mannschaften Mitte der 80-er Jahre der Tiefpunkt erreicht war. Doch durch zahlreiche Aktivitäten im außersportlichen Bereich gelang es, bis zum Jahre 1990 wieder 5 Mannschaften zu bilden, in denen 65 Jugendliche aktiv waren. Erwähnt seien hier die mehrtägigen Jugendfahrten die seit 1980 in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.

Im November 1991 wurde Heinz-Peter Mays zum Geschäftsführer des Vereins gewählt und Rolf Mütter übernahm die Leitung der Jugendabteilung. Doch sollte dies nur von kurzer Dauer sein.

1992 – 2003

Schon ein Jahr später übernahm im November 1992 Frank Breuer, der schon vorher lange Jahre als Jugendbetreuer und -trainer tätig war, die Leitung der Jugendabteilung. Unter seiner Führung gelang es, wieder viele Eltern als Trainer und Betreuer unserer Kinder und Jugendlichen zu gewinnen. Die Mannschaften waren ab der D-Jugend (10-12 Jahre) abwärts bis zu den Bambinis (3-6 Jahre) immer gut besetzt und teilweise konnten sogar zwei Mannschaften einer Altersgruppe gebildet werden, doch gelang es nicht, dauerhaft eine C-, B- und A-Junioren-Mannschaft zu installieren. Ein Problem, mit dem viele kleine Vereine bis heute zu kämpfen haben und das trotz aller Anstrengungen nicht leicht zu lösen ist.

Doch auch in der Jugendabteilung herrschte nicht nur Sonnenschein. Berufliche Rücksichtnahmen führten dazu, dass ab dem Herbst 1998 Uli Esser als Jugendleiter fungierte, bis im Frühjahr 2000 die Abteilung wieder in die bewährten Hände Frank Breuers überging. In der Saison 2000/01 gelang es dann, endlich die lang ersehnte A-Junioren-Mannschaft zum Spielbetrieb zu melden. Allerdings bestand diese Elf fast nur aus auswärtigen Spielern und bestand daher nur eine Saison lang.

Doch auch ohne A- und B-Juniorenmannschaften wurde weiter Fußball gespielt und von den C-Jugendlichen bis hinunter zu den Bambinis fanden zahlreiche Kinder von drei bis 14 Jahren bei der Borussia ihre sportliche Heimat.

2003 – heute

Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum führten auch in der Jugendabteilung zu einem Boom. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen stieg stetig an. Teilweise waren in den Altersgruppen C bis Bambini insgesamt 10 Mannschaften mit unterschiedlichen Erfolgen im Spielbetrieb.

Im Jahr 2006 legte Frank Breuer sein Amt nieder und mit Dirk Turbanski trat ein neuer Jugendleiter an. Er schaffte zunächst einen nahtlosen Übergang und verstand es mit seinen Betreuern die bewährten Strukturen zu erhalten.

Endlich gelang es auch wieder, mit Beginn der Saison 2007/08 eine A- und eine B-Junioren-Mannschaft zum Spielbetrieb anzumelden. Unter der Trainingsleitung von Bernd Koch entwickelte sich ein wahrer Boom in der Altersstufe zwischen 14 und 18 Jahren. So mussten in der Saison 2009/10 und 2010/11 sogar zwei

A-Juniorenteams gemeldet werden. Und auch der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die A-Junioren konnten schon 2008 die Gruppenmeisterschaft feiern. Doch nicht nur auf den Spielbetrieb wurde äußerster Wert gelegt, sondern auch auf die Kameradschaft.

Zur Zeit spielen in fast allen Altersstufen eine oder gar zwei Mannschaften um Punkte. Zwischen 160 und 170 Kindern und Jugendlichen wird von zahlreichen Trainern und Betreuern die Möglichkeit eröffnet, ihren Fußballsport auszuüben, wobei der Schwerpunkt nicht ausschließlich auf Ergebnisse fokussiert ist, sondern auch soziales Verhalten eine große Rolle spielt.